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Tipps & Materialien Datenmanagement

Forschungsdatenmanagement...

... bezeichnet den
systematischen und planvollen Umgang mit Forschungsdaten
über den gesamten Lebenszyklus der Daten hinweg.

  • Datenmanagement ist eine spezifische, auf die wissenschaftliche Branche und den Umgang mit Forschungsdaten ausgerichtete Form des Projektmanagements, der Arbeitsorganisation und -steuerung. Es geht darum, die eigenen Arbeitsprozesse, die die Erzeugung von und den Umgang mit Forschungsdaten betreffen, möglichst effizient und zielorientiert zu organisieren und fortlaufend zu steuern.
  • Dabei sind die verschiedenen Dimensionen der Arbeit mit Daten jeweils und in ihrem Zusammenspiel zu berücksichtigen. Diese sind insbesondere
    • rechtliche und ethische Dimensionen (Urheberrecht, Datenschutz)
    • technische Dimensionen (Soft- und Hardware)
    • dokumentarische Dimensionen (Metadaten).

Nutzungsorientierung des Datenmanagements

Mit unterschiedlichen Nutzungszwecken (wer, wann, wie oft, wie lange, wo) gehen je unterschiedliche Anforderungen an Datenmanagement und die Ausgestaltung der Datenmanagementpraktiken einher. Allgemein gilt, je diverser die Nutzungszwecke, je unbekannter die potentiellen Nutzer sind und je entfernter jene im Hinblick auf Raum und Zeit, desto unspezifischer und universeller sind die Anforderungen an das Datenmanagement.

Data Sharing – die Weitergabe an ein Datenarchiv zur Sekundärnutzung - als Nutzungszweck

Die Weitergabe an ein Datenarchiv zur Sekundärnutzung (Data Sharing) ist ein Nutzungszweck, der besonders unspezifische und universelle Anforderungen an Datenmanagement stellt. Denn die Nutzung im Rahmen des Data Sharing ist relativ unbestimmbar und langfristig. Data Sharing in seiner allgemeinsten Form bezieht sich auf die Nutzung für einen unbegrenzten und unbekannten Nutzerkreis zu unbekannten und unbegrenzten Nutzungszwecken langfristig und dauerhaft.

Folgende Beispiele sollen die Herausforderungen, die dies für die Datenmanagementpraxis bedeutet, verdeutlichen:

  • Um fremde Nutzer nicht von der Nutzung auszuschließen, bedarf es einer umfassenden Dokumentation, so dass die Datenerhebung nachvollziehbar ist und die Daten interpretierbar sind.
  • Gegebenenfalls ist das Einverständnis von Auftraggebern oder Förderern einzuholen, um Daten an nicht am Projekt beteiligte Personen mit anderen Forschungsinteressen weitergeben zu können.
  • Für nicht deutschsprachige Nutzungen sind englischsprachige Dokumentationen wie Variablenbezeichnungen erforderlich.
  • Mit unterschiedlicher disziplinärer Herkunft gehen unterschiedliche Standards hinsichtlich der genutzten Software oder der methodischen Terminologie einher.
  • Ist die Archivierung über ein bestimmtes Datenzentrum geplant, sind die dort  vorhandenen Bestimmungen einzuhalten.

Die Ausrichtung des Datenmanagements an Nutzungszwecken ist jedoch nicht nur im speziellen Fall Data Sharing relevant. Es ist notwendig, potentielle Nutzungszwecke zu antizipieren, um die Inhalte von Datenmanagementpraktiken danach auszurichten, die jeweiligen Anforderungen dieser Nutzungen zu erfüllen und die späteren Nutzungen realisieren zu können. 

Formen der Nutzung durch den Primärforscher und unabhängig von Data Sharing

  • Projekte mit mehreren Mitarbeitern, die nicht alle gleichermaßen an der Datenerhebung beteiligt sind
  • Mitarbeiterfluktuation
  • Austausch von Informationen und Dateien zwischen verschiedenen Standorten, z.B. weil Mitarbeiter, an mehreren Standorten sitzen oder aufgrund von Kooperationen mit Forschern außerhalb des Projektes
  • Begrenzte (zu kurze) Projektlaufzeiten und Nutzungserfordernisse über das Projektende hinaus, z.B. um Gutachtervorschläge umzusetzen oder um auf Rezensionen eigener Publikationen zu reagieren
  • Nutzung in neuen Projektkontexten, z.B. für Replikationsstudien oder Vergleichsstudien

Die Nutzerorientierung ist ein wesentlicher Bestandteil systematischen Datenmanagements und Datenmanagement damit unerlässlich, um die für Data Sharing hohen Bedingungen zu erfüllen.

Datenmanagement ist aber auch erforderlich, um die Realisierung der forschereigenen Nutzungswünsche zu gewährleisten.

Nur wenn die Nutzungsbedarfe frühzeitig vor oder mit Beginn eines Forschungsprojektes eruiert werden, können die nachfolgenden Arbeitsprozesse entsprechend gesteuert werden und die sich aus den jeweiligen Nutzungszwecken ergebenden Anforderungen soweit wie möglich gewährleistet werden.

 Zu den Vorgaben von und Finanzierungsmöglichkeiten durch DFG und BMBF

Drei Bereiche des Datenmanagements

Hinweise

 Datenmanagementplan erstellen

 Beratungs- und Schulungsangebote

 

 

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