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Daten managen Recht & Ethik Urheberrechtliche Aspekte

Urheberrechtliche Aspekte der Sicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten

(erstellt unter freundlicher Mitwirkung von RAe Goebel&Scheller)

Das Urheberrecht liegt in der Regel bei der*dem „Schöpfer*in“ eines „Werks“. Darstellungen von Forschungsdaten wie etwa Forschungsberichte oder Studien können Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes sein. Sind mehrere Autor*innen beteiligt, können sie gemeinsam „Schöpfer*innen“ sein.

Nutzungsrechte (nicht Urheberrechte) an Werken können eingeräumt werden für bestimmte Verwendungszwecke. Die Urhebenden können dabei diese Rechte unbeschränkt einräumen oder z.B. zeitlich, räumlich und inhaltlich begrenzen.

Hierzu sind entsprechende (Lizenz-) Verträge zu schließen.

 Ein Archiv schließt aus diesem Grund vor der Überlassung von Forschungsdaten entsprechende Verträge ab, die das Einräumen von Nutzungsrechten zu bestimmten Zwecken regeln. Dies schließt in der Regel nicht aus, dass auch anderen Nutzungsrechte eingeräumt werden.

Forschungsdaten unterliegen in Deutschland nicht generell dem Urheberrecht:

"Um eine maximale Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschungsdaten zu gewährleisten, die prinzipiell dem Urheberrechtsgesetz unterliegen können, sollte die Vergabe von zusätzlichen Nutzungsrechten z.B. durch eine entsprechende Lizenzierung der Daten (z.B. durch  Creative Commons Lizenzen) in Betracht gezogen werden. Die Vergabe solcher Lizenzen führt meist zu einer höheren Nutzung der Daten in der wissenschaftlichen Forschung und kann so zu einem Reputationsgewinn des Wissenschaftlers, auch über die Grenzen der jeweiligen Fachcommunity hinaus, beitragen."

(  forschungsdaten.org. Urheberrecht, Zugriff am 03.02.2017)

Kontakt

 + 49 (0) 69 24708 - 300

Veröffentlichung und Lizenzierung selbst entwickelter Instrumente

Falls Sie im Rahmen Ihrer Studie Instrumente selbst entwickelt haben, sind Sie häufig durch die Förderbedingungen verpflichtet, diese im Anschluss an das Projekt öffentlich zur Verfügung zu stellen. Sie sollten sich daher entscheiden, unter welchen Bedingungen Sie einer Nachnutzung zustimmen möchten und dies durch die Vergabe einer entsprechenden Lizenz kenntlich machen.

 Informationen zu verschiedenen Lizenzen

 Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfiehlt in ihrem  Appell zur Nutzung offener Lizenzen in der Wissenschaft die Nutzung von CC-BY-Lizenzen, d. h., die Instrumente dürfen nachgenutzt werden, allerdings sind die Autor*innen stets zu zitieren.

Wichtig ist, bereits bei der Aufgabenentwicklung auf die Urheberrechtslage zu achten, wenn externe Materialien zu Erläuterungszwecken (wie beispielsweise Erläuterungen von Aufgaben via Bildern oder auch Landkarten) eingebunden werden. So kann späteren Konflikten bei der Veröffentlichung von selbstentwickelten Aufgaben und Items vorgebeugt werden. Es empfiehlt sich, entweder auf frei verwendbare Materialien zurückzugreifen, oder aber das Einverständnis der Urhebenden bei geschützten Materialien über die geplanten Nutzungszwecke einzuholen und dieses auch zu dokumentieren.

Beispiele für drei verwendbare Bilddatenbanken:

Sollten Sie Ihre selbst entwickelten Instrumente nicht selbst zur Veröffentlichung anbieten können (z. B. auf Ihrer Webseite), so kann eine Veröffentlichung auch in der  Instrumentendatenbank von Forschungsdaten Bildung (DaQS) oder  Testotheken und Testbibliotheken geschehen. Hierzu berät Sie der VerbundFDB gern.

 Hinweise zur Dokumentation von urheberrechtlich geschützten Forschungsinstrumenten

Wissenswert

Im Projekt  DataJus wird ab 01. Juni 2017 an der TU Dresden zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des Forschungsdatenmanagements  geforscht.

Ab dem 01. März 2018 gilt das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG).
 weitere Informationen

  Online-Seminar

 "Lizenzierung und Urheberrecht"

Weiterführende Literatur

Kuschel, Linda (2018): Wem "gehören" Forschungsdaten?

Diagnostik-und Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen (2018): Tests in Lehre und Forschung - Informationen zu Testschutz und Urheberrecht  

Infos und Handreichung des BMBF (2019) zu Urheberrecht in der Wissenschaft 

letzte Aktualisierung: 03.02.2017