Bewertungskompetenz für systematisches Entscheiden in komplexen Situationen nachhaltiger Entwicklung

Studienlaufzeit
  • 2007 - 2015
Leitung Bögeholz, Susanne
Mitarbeit Eggert, Sabina / Hasselhorn, Marcus / Watermann, Rainer
Beteiligte Institution
Was befähigt Personen in komplexen Situationen im Sinne Nachhaltiger Entwicklung systematisch und begründet zu entscheiden, um kompetent am gesellschaftlichen Diskurs um Themen von ökologischer, ökonomischer und sozialer Relevanz teilhaben zu können (Bögeholz et al., 2004)? Dies ist eine zentrale Frage zur Umsetzung des Kompetenzbereichs Bewertung der nationalen Bildungsstandards für die naturwissenschaftlichen Fächer (KMK, 2004). Im Projekt wird Bewertungskompetenz definiert als die Fähigkeit, komplexe Bewertungs- und Entscheidungssituationen erfolgreich bewältigen zu können. Zum einen ist dazu bereichsspezifisches und interdisziplinäres Wissen zu Nachhaltiger Entwicklung erforderlich; zum anderen sind prozedurale Kompetenzen im Hinblick auf Informationssuch- und -verarbeitungsprozesse sowie Bewertungs-, Argumentations- und Entscheidungsprozesse notwendig. Zur Operationalisierung von Bewertungskompetenz wurde zunächst ein normatives Kompetenzmodell verwendet, welches drei Teilkompetenzen von Bewertungskompetenz beschreibt: a) Verstehen und Reflektieren von Werten und Normen, b) Generieren und Reflektieren von Sachinformationen und c) Bewerten, Entscheiden und Reflektieren. Bei der ersten Teilkompetenz geht es v.a. um konzeptuelles Wissen über Werte und Normen, die in komplexen Umweltproblemsituationen eine Rolle spielen. Die zweite Teilkompetenz beschreibt die Fähigkeit von Lernenden, Handlungsoptionen zur Lösung von Um-weltproblemsituationen entwickeln zu können. Dazu sind Informationssuch- und -verarbeitungsprozesse notwendig. Die dritte Teilkompetenz fasst die Fähigkeit, mehrere Handlungsoptionen bewerten, d.h. miteinander vergleichen bzw. gegeneinander abwägen zu können, um schließlich eine begründete Entscheidung zu treffen. Das Projekt wurde in allen drei Phasen des DFG-Schwerpunktprogramms 1293 „Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen“ gefördert. In den drei Förderphasen wurden zunächst die beiden prozeduralen Teilkompetenzen des Modells operationalisiert und validiert (Eggert & Bögeholz, 2010; Gausmann et al., 2010; Bögeholz et al., angenommen). Zum Einsatz kamen Messmodelle der Item-Response Theorie. Es wurden Testinstrumente auf Basis des Entwicklungszyklus von Wilson (2005) entwickelt. Die entwickelten Testinstrumente wurden im Anschluss in Interventionsstudien zur Förderung von Bewertungskompetenz bei Schülerinnen und Schülern eingesetzt, um Kompetenzzuwächse zu untersuchen (Eggert, Böge-holz, Watermann & Hasselhorn, 2010; Eggert, Ostermeyer, Hasselhorn & Bögeholz, 2013). Des Weiteren wurde in der dritten Förderphase eine experimentelle Validierung mit allgemeinem, analytischem Problemlösen durchgeführt (Bögeholz, Eggert, Ziese & Hasselhorn, angenommen). (Projekt)
Kontakt der Studie
  • seggert1@gwdg.de; sboegeh@gwdg.de
Website
Fördereinrichtung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Forschungsdesign
  • Querschnitt
Untersuchungsgebiet (geogr.)
  • Deutschland; Nordrhein-Westfalen; Schleswig-Holstein; Niedersachsen
Erhebungseinheit Schüler

Leistungsmessung (Testinstrument): Bewerten, Entscheiden und Reflektieren

Art des Instruments
  • Testinstrument
Erhebungszeitraum
  • 2008
Erhebungsverfahren
  • Messungen und Tests Leistungs- und Kompetenztests Paper and Pencil Test
Stichprobengröße Schüler*innen der Jahrgangsstufe 7 (258)
Erhebungsinstrumente Zur Dokumentation im FDZ Bildung
Archivierende Einrichtung
Veröffentlichungsdatum 26.10.2016
Zugangsbedingungen Die Aufgaben der Testinstrumente liegen in einem geschützten Bereich. Der Zugang zu den Aufgaben erfordert die Registrierung und anschließende Antragstellung im FDZ Bildung. Eine Verwendung der Instrumente, ganz oder in Teilen setzt die Achtung des Urheberrechts voraus. Urheber und Quelle sind entsprechend zu zitieren. Es gelten die allgemeinen Nutzungsbedingungen des Anbieters.

Publikationen

  • Krüger, D. & Parchmann, I. & Schecker, H. (2014). Methoden in der naturwissenschaftsdidaktischen Forschung. Springer.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
  • Bögeholz, S., Eggert, S., Ziese, C. & Hasselhorn, M. (angenommen). Modeling and Fostering Decision-Making Competence regarding Challenging Issues of Sustainable Development. In D. Leutner, J. Fleischer, J. Grünkorn & E. Klieme (Eds.), Competence Assessment in Education: Research, Models and Instruments. Berlin, Heidelberg: Springer, noch ohne Seitenzahlen.
  • Eggert, S. & Bögeholz, S. (2010). Students’ Use of Decision-Making Strategies With Regard to Socioscientific Issues – An Application of the Rasch Partial Credit Model. Science Education, 94, 230–258.
  • Eggert, S., Bögeholz, S., Watermann, R. & Hasselhorn, M. (2010). Förderung von Bewertungskompetenz im Biologieunterricht durch zusätzliche metakognitive Strukturierungshilfen beim Kooperativen Lernen – Ein Beispiel für Veränderungsmessung. Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 16, 299-314.
  • Eggert, S., Ostermeyer, F., Hasselhorn, M. & Bögeholz, S. (2013). Socioscientific Decision Making in the Science Classroom: The Effect of Embedded Metacognitive Instructions on Students’ Learning Out-comes. Education Research International, Article ID 309894, 12 pages, 2013. doi:10.1155/2013/309894.
  • Gresch, H., Hasselhorn, M. & Bögeholz, S. (2015). Enhancing Decision-Making in STSE Education by Inducing Reflection and Self-Regulated Learning. Research in Science Education, online first, DOI 10.1007/s11165-015-9491-9.
  • Gresch, H., Hasselhorn, M. & Bögeholz, S. (2013). Training in Decision-making Strategies: An approach to enhance students’ competence to deal with socio-scientific issues. International Journal of Science Education, 35(15), 2587-2607.
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