Zwischen Familie und Schule: Analyse kontrastierend ausgewählter Jugendverbände

Untypische Bildungsverläufe und verbandstypische Orientierungen: Teilprojekt A

Studienlaufzeit
  • 2012 - 2015
Leitung Grotlüschen, Anke
Mitarbeit Epstein, Alf-Tomas / Riekmann, Wibke
Beteiligte Institution
Das qualitativ angelegte Verbundvorhaben untersuchte in sechs Jugendverbänden, inwiefern mit verbandstypischen Orientierungen und Praktiken auch Zugänge zu Bildung und Strategien des Bildungserwerbs von Jugendlichen verbunden sind. (...) Ein besonderer Fokus lag dabei auf den milieuspezifischen Verbandskulturen, dem Entstehen von Interessen und den impliziten Förderstrukturen in Jugendverbänden. Die Auswahl der Jugendverbände erfolgte [kontrastierend] unter dem Vorsatz, ein möglichst breites Spektrum (weltanschaulich, thematisch und vor allem in Bezug auf die Milieuzugehörigkeit) von engagierten Jugendlichen abzudecken. [Folgende Bereiche wurden berücksichtigt:] (1) Bund der deutschen Landjugend (Jugendverband aus einer ländlich-bäuerlichen Tradition); (2) Deutsche Jugendfeuerwehr (Jugendverband einer Hilfsorganisation); (3) IG-Metall Jugend (Jugendverband aus der Tradition der Arbeiterbewegung); (4) eine Selbstorganisation von Migranten, die eng mit dem Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt zusammenarbeitet; (5) Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (Jugendverband aus christlich-bürgerlicher Tradition); (6) eine Fußball-Ultras-Gruppe (eher informeller Zusammenschluss ohne ausgeprägte Verbandsstruktur). (...) In diesem Teilprojekt wurde die Interessegenese der Verbandsjugendlichen im Sinne der Ausbildung neuer Bildungsstrategien und die Rolle der Zieheltern hierbei in Leitfadeninterviews mit Zieheltern und Zöglingen erhoben und mit Methoden der Grounded Theory untersucht. (...) Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Jugendverbände aufgrund ihrer Traditionen und Verbandskulturen unterschiedliche soziale Milieus ansprechen. (...) Aufgrund dieser Milieubezogenheit stehen Jugendverbände den Alltagswelten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen näher als Institutionen des formalen Bildungssystems. Hierdurch kann die sehr heterogen aufgestellte Jugendverbandsarbeit ein relativ breites Spektrum Jugendlicher und junger Erwachsener ansprechen. Allerdings (...) gibt es soziale Milieus, die nur in geringem Maße angesprochen werden (Milieuverengung) und von den etablierten Verbandskulturen unbeabsichtigt ausgegrenzt werden. Besonders häufig sind es Jugendliche aus benachteiligten Lebenslagen, die in Jugendverbänden unterrepräsentiert sind. (DIPF/Projekt/Projektträger)
Website
Förderprogramm / Forschungsprogramm
Fördereinrichtung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen 01JC1124A
Forschungsdesign
  • Querschnitt
Untersuchungsgebiet (geogr.)
  • Deutschland;
  • Erhebung in mehreren Bundesländern; aus Datenschutzgründen keine Angaben
Erhebungseinheit Jugendverband
Auswahlverfahren
  • Nicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl Bewusste Auswahl
  • Es wurden vor allem die zuvor im Duisburg-Essener Teilprojekt bei Gruppenwerkstätten als "untypische Fälle" identifizierten Personen ausgewählt. Bei den Geförderten wurden Engagierte interviewt, die erste Ehrenämter übernommen haben und einige Jahre im Verband sind, aber (noch) keine Posten im Landesverband oder Ähnliches einnehmen. Unter den Fördernden finden sich auch Hauptamtliche und Landesfunktionäre.
Grundgesamtheit / Population
  • Engagierte (Geförderte, nicht Geförderte, Fördernde, N=40) aus unterschiedlichen Jugendverbänden (N=6)

Jugendverbandstudie - Qualitative Interviewdaten

Erhebungszeitraum
  • 2013 - 2015
Art der Daten
  • Qualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
Erhebungsverfahren
  • Interview
Anmerkungen zu den Daten Die Daten wurden nicht übermittelt und verbleiben beim Projekt. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Projektverantwortlichen.
Verfügbarkeit Nein

Publikationen

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