Russische und polnische Herkunftssprache als Ressource im Schulunterricht?

Eine Bestandsaufnahme zur Rolle des familiären und schulischen Kontexts für die Nutzung von Herkunftssprachen durch Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund

Studienlaufzeit
  • 2013 - 2016
Leitung Brehmer, Bernhard / Mehlhorn, Grit
Mitarbeit Winski, Martin / Kurbangulova, Tatjana
Beteiligte Institution
Gegenstand des Verbundvorhabens war die Frage, in welchem Maße Schüler mit russischem oder polnischem Migrationshintergrund ihre vorhandenen sprachlichen Ressourcen in den Unterricht einbringen können und wie stark sie selbst, aber auch ihr familiäres und schulisches Umfeld sich dieses Potenzials bewusst sind. Insbesondere wurde dabei untersucht, welchen Effekt der Besuch eines Unterrichts in Russisch/Polnisch auf das Wissen um diese Ressourcen und auf ihre Nutzung hat, und wie er die sprachliche Entwicklung der bilingualen Schüler beeinflusst. Im Greifswalder Vorhaben stand dabei die Untersuchung der faktischen sprachlichen Entwicklung der untersuchten Probanden im Vordergrund, wobei auch der sprachliche Input in Herkunftssprache und Umgebungssprache in den ausgewählten Familien untersucht wurde. Zunächst wurde erhoben, welche sprachlichen Kompetenzen in der Herkunftssprache und im Deutschen vorhanden waren. Dazu wurden 40 ausgewählte Schüler hinsichtlich ihrer Kenntnisse von Aussprache, Orthographie, Grammatik und Wortschatz, ihrer kommunikativen Fähigkeiten und ihrer tatsächlichen Sprachpräferenz in der informellen Kommunikation untersucht. Dadurch wurde ein Sprachenprofil zu jedem Probanden erstellt (...). Durch die Wiederholung der Sprachstandsmessungen nach einiger Zeit konnte die längsschnittliche Entwicklung der multilingualen Fähigkeiten der Probanden analysiert werden. Im Leipziger Vorhaben wurden Sprachaufnahmen und Interviews durchgeführt, die Aufschluss gaben über die Sprachpraxis, Sprachlernbiographien, Spracheinstellungen und Spracherziehung in der Familie, das von den verschiedenen Akteuren wahrgenommene Potenzial der Herkunftssprache, die Einstellungen und Erwartungen der Beteiligten in Bezug auf den Herkunftssprachenunterricht beziehungsweise Fremdsprachenunterricht Russisch/Polnisch sowie das allgemeine schulische Umfeld der herkunftssprachlichen Schüler. Es wurden Interviews mit den Kindern, ihren Eltern (ggf. Großeltern und Geschwistern) sowie den Akteuren aus dem schulischen Kontext durchgeführt. Außerdem wurden die Deutschlehrer, Russischlehrer, Polnischlehrer sowie Fremdsprachenlehrer der Schüler zu ihren Sichtweisen auf die sprachliche Entwicklung der Kinder, ihren persönlichen Einstellungen zur Nutzung des Potenzials aus den Herkunftssprachen für das eigene Fach sowie zu generellen Erfahrungen bei der Anwendung von Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Unterrichtspraxis befragt. In beschränktem Umfang erfolgten auch Unterrichtshospitationen. (DIPF/Projektträger)
Website
Förderprogramm / Forschungsprogramm
Fördereinrichtung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen 01JM1302A / 01JM1302B
Forschungsdesign
  • Experimentelles Design
  • Längsschnitt
  • Anmerkung: Längsschnittstudie mit insgesamt zwei Wellen
Untersuchungsgebiet (geogr.)
  • Deutschland; Berlin; Hamburg; Sachsen
Erhebungseinheit Schüler; Eltern
Auswahlverfahren
  • Nicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl Bewusste Auswahl
  • Schneeballmethode
Grundgesamtheit / Population
  • Jugendliche im Alter von 12 bzw. 13 Jahren (N=48; aus russischsprachigen Familien: n=26; aus polnischsprachigen: n=22) vorwiegend aus Gymnasien (Klassenstufe 6/7, bei Aufnahme einer zweiten Fremdsprache); jeweils ein Elternteil (N=48)
Anmerkungen (Projekt)
  • Das Verbundvorhaben unterteilte sich in ein Greifswalder Teilprojekt unter der Leitung von Bernhard Brehmer und ein Leipziger Teilprojekt unter der Leitung von Grit Mehlhorn.

Russische und polnische Herkunftssprache als Ressource im Schulunterricht?

Erhebungszeitraum
  • 2013 - 2016
Erhebungsverfahren
  • Messungen und Tests Leistungs- und Kompetenztests
Verfügbarkeit Nein

Publikationen

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