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Chancengerechtigkeit in der Sekundarstufe - Chan.ge

Laufzeit01.02.2012 - 31.07.2015

Das Projekt untersuchte, wie sich Studienabsichten von Schülerinnen und Schülern unter verschiedenen institutionellen Bedingungen entwickeln und wie sich eine gezielte Beratung und Begleitung auf leistungsstarke Schüler mit unsicherer Studierneigung auswirkt. [Dabei sollte die individuelle Perspektive der Entscheidungsträger bei der Aufnahme eines Studiums um den institutionellen Kontext erweitert werden.] Die Vorgehensweise des Projektes gliederte sich in zwei Teile: Um die Studienabsichten in unterschiedlichen institutionellen Umgebungen zu analysieren, wurden im Befragungsteil Schüler sowie Lehrkräfte an Berufskollegs (Berufliche Gymnasien, Berufsfachschulen/Fachoberschulen der Fachrichtungen Wirtschaft, Technik und Soziales) und an Gesamtschulen, die zur Fachhochschulreife beziehungsweise Hochschulreife führen, wiederholt [zu ihren Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen] befragt. Im zweiten Teil wurde unter ausgewählten Schülern sowie Lehrkräften eine auf die Beratung von Schülern orientierte Interventionsstudie durchgeführt. Das Forschungsvorhaben wurde im längsschnittlichen Design mit insgesamt über 6200 Schülern aus ca. 300 Klassen/Kursen an Gesamtschulen (ca. 1000 Schüler), beruflichen Gymnasien (ca. 1200 Schüler), Höheren Berufsfachschulen (ca. 2700 Schüler) und Fachoberschulen (ca. 1300 Schüler) umgesetzt, die sich zu Beginn der Studie in der Jahrgangsstufe 11 befanden. Erwartungshaltungen und Bildungsabsichten wurden bei den Schülern dann erneut in der 12. bzw. 13. Jahrgangsstufe erhoben. Zusätzlich wurden deren Lehrer (ca. 2000) befragt. Im Beratungsteil wurden leistungsstarke Schüler ausgewählt, die sich durch eine unsichere Studierneigung auszeichneten und von geschulten Lehrkräften beraten wurden. Ziel war es zu überprüfen, inwieweit Jugendliche durch Beratungsmaßnahmen angeregt und unterstützt werden können, eine Studienabsicht zu entwickeln. Die Aufgabe der Beratenden bestand darin, die Bildungsabsicht - idealerweise die Studienabsicht - der Schüler zu formieren und zu festigen, indem sie dazu angeregt wurden, sich aktiv mit ihren Zielen, Überzeugungen und ihrem Selbstkonzept und Fähigkeitskonzept auseinanderzusetzen. Dafür waren zwei Sitzungen vorgesehen. In einer dritten Sitzung wurde mit den Schülern weiterhin ein detaillierter Handlungsplan erarbeitet, der auf die Umsetzung der Absicht zielte. (DIPF/Projekt/Projektträger)

ProjektleitungSchuchart, Claudia; Buchwald, Petra

Beteiligte Wissenschaftler/innenKeßler, Catie; Schoppe, Carolin

Beteiligte Institution(en)Institut für Bildungsforschung, School of Education (Bergische Universität Wuppertal)

Kontakt des Projektsschuchart@uni-wuppertal.de

AlternativtitelChancengerechtigkeit in der Sekundarstufe II - Chan.ge

Projektwebsitehttp://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/549.php

SchlagwörterBildungsentscheidung; Beratungskonzept; Bildungsgang; Bildungsbiografie; Beratung; Schüler; Sekundarstufe II; Lehrer; Berufskolleg; Berufsbildende Schule; Berufsfachschule; Fachoberschule; Berufliches Gymnasium; Gesamtschule; Studienwahl; Einstellung (Psy); Überzeugung; Selbstkonzept; Intervention; Befragung; Deutschland

Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung

FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennzeichen01JC1109

AnmerkungenDie Projektlaufzeit wurde ausgabenneutral vom 31.01.2015 bis zum 31.07.2015 verlängert.

Bei der im Längsschnitt angelegten Untersuchung wurden in zwei Befragungsrunden Daten von über 6000 Schülerinnen und Schülern an 39 Berufskollegs, der zweijährigen Fachoberschule und Berufsfachschule sowie der dreijährigen beruflichen Gymnasien und 11 Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen erhoben, um herauszufinden, welche Einflussfaktoren auf die Bildungsentscheidung wirken. Spezieller Fokus wurde auf Herkunft, Geschlecht sowie Werte und Einstellungen der Schüler gelegt. Von Interesse war dabei, wie sich letztere über die Zeit verändern. (...) Die Befragungen der Schüler wurde jeweils in Form einer "Klassenraumbefragung" (d.h. klassenweise/kursweise in Anwesenheit von je 1 bis 2 geschulten Interviewern mit schriftlichen Fragebögen) durchgeführt.Die Erstbefragung fand Zu Beginn des Schuljahres 2012 statt. Auf Basis der hierbei gewonnenen Daten wurden Schülerinnen und Schüler mit guten Leistungen und unsicherer Studienabsicht identifiziert, bei denen ein besonderer Beratungsbedarf besteht. Mit ihnen wurde die Interventionsstudie (Beratungssettings) durchgeführt. Nach Ende der Inteventionsstudie erfolgte die zweite Befragungsrunde. 47 von 50 Schulen, die an der t1- Befragungsrunde 2012 teilgenommen hatten, konnten erneut für eine Teilnahme an der t2-Befragung gewonnen werden (94%). Im Rahmen der zweiten Befragungsrunde (t2) wurden 238 Klassen/Kurse mit 4349 Schülern befragt, nämlich die Schüler in zweijährigen Bildungsgängen (Fachoberschulen/Höhere Berufsfachschule) zu Beginn des zweiten Halbjahrs der 12. Klasse (2014) und Schüler dreijähriger Bildungsgänge (Berufliche Gymnasien und Gesamtschulen) am Anfang des 2. Halbjahrs der 13. Klasse (2015). (DIPF/Projekt)

StudienleitungBuchwald, Petra; Schuchart, Claudia; Keßler, Catie; Schoppe, Carolin; Stacker, Jenny

UntersuchungsdesignLängsschnitt
Details: Zwei Messzeitpunkte

Erhebungsmethode(n)Eigenständig auszufüllender Fragebogen: Papier

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitSchüler

AuswahlverfahrenWahrscheinlichkeitsauswahl: Klumpenauswahl
Anmerkungen: Die Auswahl der beruflichen Schulen erfolgte als Zufallsstichprobe unter alle Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen, in denen die Fachhochschulreife und/oder Allgemeine Hochschulreife erworben werden kann. Das sind: Berufliche Gymnasien, höhere Berufsfachschulen und Fachoberschulen der drei wichtigsten Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen und Gesundheit sowie Technik und Gestaltung. Eingeschränkt wurde die Auswahl auf Bildungsgänge, die zu beruflichen Grundkenntnissen und nicht zugleich zu einem Ausbildungsabschluss führen, da die Studierquote hier besonders gering ist. Darüber hinaus wurden nur solche Schulen berücksichtigt, in denen mindestens N=50 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang die entsprechenden Abschlüsse erworben haben. Die Grundlage für die Stichprobenziehung stellten entsprechende Daten des Schuljahrs 2010/11 der Landesverarbeitungszentrale NRW (IT NRW) dar. Die Auswahl ist repräsentativ für die o.g. beruflichen Schulen in Nordrhein-Westfalen in Bezug auf Bildungsgänge, Fachrichtungen, Hochschulstandorte und regionale Verteilung. Als Vergleichsgruppe wurden Oberstufenschülerinnen und -schüler an Gesamtschulen befragt.

Population / StichprobeBerufliche Schulen (N=39); erste Befragungsrunde (t1): Schulen (N=50); Klassen/Kurse (N=288); Schüler zu Beginn der 11. Klasse (N=6206, bereinigte Nettostichprobe: N=6142); Vergleichsgruppe an Gesamtschulen (N=11); zweite Befragungsrunde (t2): Schulen (N=47); Klassen/Kurse (N=238); Schüler (N=4349), davon Schüler in zweijährigen Bildungsgängen (Fachoberschulen/Höhere Berufsfachschule) zu Beginn des zweiten Halbjahres der 12. Klasse
(n=2906) und Schüler dreijähriger Bildungsgänge (Berufliche Gymnasien und Gesamtschulen; n=1.443), bei denen die Befragung am Anfang des 2. Halbjahrs der 13. Klasse stattfand.

Auf Basis der Daten der Erstbefragung (2012) wurden Schülerinnen und Schüler der zweijährigen (Fachoberschule und Berufsfachschule) und dreijährigen (berufliches Gymnasium und Gesamtschulen) Bildungsgänge mit guten Leistungen und unsicherer Studienabsicht identifiziert, bei denen ein besonderer Beratungsbedarf besteht. Diese Schüler bzw. deren Schulen wurden der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe I, II oder III zugeordnet. Die ausgewählten Gruppen unterschieden sich somit in Bezug auf die Auswahlkriterien zu Beginn der Bildungsgänge nicht, so dass die Wirkung der Interventionen in einem Prä-Post-Kontrollgruppendesign geprüft werden konnte. Ziel war es unter anderem herauszufinden, welche Wirkung auf die Bildungsabsichten der Schüler eine speziell konzipierte "Beratung durch Lehrkräfte" in Bildungsgängen, die zur Studienberechtigung führen, hat. (Projekt)

UntersuchungsdesignInterventionsstudie
Längsschnitt
Details: Beratungsarbeit für Schüler mit identifiziertem Beratungsbedarf

Erhebungsmethode(n)Interview

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitSchüler

AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl

Population / StichprobeSchülerinnen und Schüler der zweijährigen (Fachoberschule und Berufsfachschule) und dreijährigen (berufliches Gymnasium und Gesamtschulen) Bildungsgänge mit guten Leistungen und unsicherer Studienabsicht; Interventionsgruppe: N=82/N=65 (Zweijährige Bildungsgänge / Dreijährige Bildungsgänge); Kontrollgruppe I: N=106/N=118, Kontrollgruppe II: N=19/N=28; Kontrollgruppe III: N=103/N=73

Mit dem Lehrerfragebogen sollte in erster Linie erfasst werden, inwieweit Lehrkräfte durch ihre Erwartungen, Einstellungen und Verhaltensweisen einen Sozialisationskontext darstellen, der (...) auf die Studienabsicht der Schülerinnen und Schüler wirkt. Die Erwartungen und Einstellungen von Lehrkräften können als bildungsgangspezifische Sozialisationskontexte angesehen werden: So können beispielsweise geringe Lehrererwartungen einen über die Zeit kumulierenden Effekt auf das Fähigkeitsselbstkonzept von Schülern besitzen, der sich in zunehmenden bildungsgangspezifischen Differenzen auch bei gleichem Ausgangsniveau zeigen kann. Im Vorfeld war von der Annahme ausgegangen worden, dass dies besonders an beruflichen Schulen von Bedeutung ist, da dort ein eher studienaverser Sozialisationskontext vorherrsche. (Projekt)

StudienleitungBuchwald, Petra; Schuchart, Claudia; Keßler, Catie; Stacker, Jenny

UntersuchungsdesignQuerschnitt

Erhebungsmethode(n)Eigenständig auszufüllender Fragebogen: Papier
Eigenständig auszufüllender Fragebogen: CAWI (Computerunterstützte Web-Befragung)

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitLehrkräfte

Population / StichprobeSchulen (N=49, aus den insgesamt 50 teilnehmenden Schulen); Lehrerinnen und Lehrer, die in den entsprechenden Bildungsgängen der befragten Schüler unterrichten (bereinigte Nettostichprobe: N=917, davon Teilnahme an Online-Erhebung: n=156; Ausfüllen schriftlicher Fragebogen: n=761)

Im Anschluss an die Erstbefragung der Schülerinnen und Schüler wurde zusätzlich eine Online-Befragung der Schulleiterinnen und Schulleiter durchgeführt, um die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur an den Schulen in Bezug auf Beratungstätigkeiten, Angebote zur Berufsorientierung und Kooperationen mit Hochschulen und anderen Akteuren zu erheben. (Projekt)

StudienleitungBuchwald, Petra; Schuchart, Claudia; Keßler, Catie

UntersuchungsdesignQuerschnitt

Erhebungsmethode(n)Eigenständig auszufüllender Fragebogen: CAWI (Computerunterstützte Web-Befragung)

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitSchulleitung

Population / StichprobeSchulleitungen (N=49) der 50 Schulen, an denen die Schülerbefragung t1 durchgeführt wurde