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InterPass - Interaktive Verfahren der Etablierung von Passungen und Divergenzen für sprachliche und fachkulturelle Praktiken im Deutsch- und Mathematikunterricht

Rekonstruktive Unterrichtsstudie zur Erklärung gelingender oder misslingender Teilhabe an schulischen Lernprozessen

Laufzeit01.06.2012 - 31.01.2016

Ziel des Projektes war es, Mechanismen der Ausgrenzung und Verweigerung im Unterricht genauer zu verstehen. Anhand authentischer Interaktionen im Deutschunterricht und Mathematikunterricht wurde rekonstruiert, wie Passungen und Divergenzen zwischen den fachkulturellen und sprachlichen Erwartungen von Lehrpersonen und den sozialisatorisch verankerten diskursiven Praktiken einsprachiger und mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler etabliert werden. Den analytischen Fokus bildeten Diskurspraktiken wie Erklären und Argumentieren von Lernenden und Lehrenden. Sie stellen einerseits komplexe sprachlich-kommunikative Aktivitätsfelder eines jeden Fachunterrichts (...) dar und werden andererseits in der Familieninteraktion in sehr unterschiedlicher Weise unterstützt. Die Analyse verfolgte zwei interdisziplinär koordinierte Zugänge. Im linguistischen Strang wurde gesprächsanalytisch rekonstruiert, wie die soziostilistisch und lernersprachlich geprägten Muster sprachlicher Praktiken von Fünftklässlern in Unterrichtsinteraktionen gewürdigt oder zurückgewiesen wurden, um (...) bildungssprachliche Normorientierungen, die die (Nicht-)Akzeptanz von Schülerbeiträgen steuern, zu beleuchten. Der fachkulturelle Strang analysierte dieselben Interaktionen im Hinblick auf alltagskulturelle und fachkulturelle Deutungsmuster und Erwartungsmuster, die von interaktiv konstituierten soziofachlichen expliziten und impliziten Normen geprägt sind. Gruppendiskussionen zu analytisch besonders relevanten Sequenzen aus den videografierten Unterrichtsprozessen sollten Wirkungen und Sichtweisen von Lernenden auf Passungen und Divergenzen im Unterricht und darauf bezogene Deutungsmuster von Lehrpersonen methodisch zugänglich machen. Um eine große Bandbreite diskursiver Praktiken und Passungsphänomene zu erfassen, wurden in fünf Gesamtschulklassen und Gymnasialklassen aus privilegierten und benachteiligten Milieus die ersten acht Unterrichtsstunden in den Fächern Mathematik und Deutsch videografiert und transkribiert. Sie zeigten eine große Vielfalt entsprechender Praktiken von Lehrpersonen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Typen von Schülerbeiträgen. Durch Kombination von Unterrichtsinteraktionen und Gruppendiskussionen wurde eine systematische Perspektiventriangulation umgesetzt. So wurde die Etablierung von Passung und Divergenz sowohl sequenziell rekonstruiert als auch in ihrer Bedeutsamkeit beschrieben. Der methodische Ansatz leistet damit zugleich einen Beitrag zur empirischen Erforschung des breiten Konstrukts „Bildungssprache“: Durch Fokussierung auf die situierten Praktiken und Normorientierungen wird Bildungssprache angebunden an die jeweiligen Kontexte ihrer Verwendung durch einsprachige und mehrsprachige Schüler und ausdifferenziert bezüglich diskursiver und fachkultureller Dimensionen. (DIPF/Projekt/Projektträger)

ProjektleitungQuasthoff, Uta; Prediger, Susanne

Beteiligte Wissenschaftler/innenHeller, Vivien; Vogler, Anna-Marietha; Erath, Kirstin

Beteiligte Institution(en)Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (Technische Universität Dortmund)

Kontakt des Projektsprediger@math.uni-dortmund.de

AlternativtitelInterPass: Passungen und Divergenzen für sprachlich-fachkulturelle Praktiken in Deutsch und Mathematik

Projektwebsitehttp://www.interpass.tu-dortmund.de

SchlagwörterMehrsprachigkeit; Bildungssprache; Schüler; Mathematikunterricht; Deutschunterricht; Lehrer; Gesamtschule; Gymnasium; Schuljahr 05; Schulerfolg; Soziale Herkunft; Kommunikation; Verweigerung; Diskurs; Ausgrenzung; Familie; Soziolinguistik; Ethnografie; Unterrichtsbeobachtung; Sprachanalyse; Videoanalyse; Deutschland

Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung

FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennzeichen01JC1112

AnmerkungenDie ursprüngliche Laufzeit des Projekts wurde vom 31.05.2015 bis Ende Januar 2016 verlängert.

UntersuchungsdesignFallstudie
Querschnitt
Details: Videoanalysen von Mathematik- und Deutschunterricht

Erhebungsmethode(n)Beobachtung: Feldbeobachtung (Nicht-teilnehmend)

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitSchüler; Lehrkräfte

AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl
Anmerkungen: Stadtgebiete mit low/high socioeconomic status (SES)

Population / StichprobeSchulklassen Jahrgangsstufe 5 (N=5), davon Schulklassen an Gesamtschulen (n=2) und an Gymnasien (n=3) in jeweils sozioökonomisch heterogenen Stadtteilen; Lehrkräfte (N=10); Schüler der 5. Klasse (N=132)

UntersuchungsdesignFallstudie
Querschnitt
Details: Videoanalysen von Gruppendiskussionen mit Schülern über Klasseninteraktionen

Erhebungsmethode(n)Fokusgruppe

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitSchüler

AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl
Anmerkungen: Auswahl nach Schulform und sozioökonomischem Status (SES)

Population / StichprobeSchüler der 5. Klasse an Gesamtschulen und Gymnasien (6 Mal 4-6)

UntersuchungsdesignFallstudie
Querschnitt
Details: Videoanalysen von vier Gruppendiskussionen mit Lehrkräften

Erhebungsmethode(n)Fokusgruppe

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Hessen; Niedersachsen; Nordrhein-Westfalen)

UntersuchungseinheitLehrkräfte

AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl
Anmerkungen: Auswahl nach unterschiedlichen Erfahrungshorizonten, Schulformen und Fächern

Population / StichprobeLehrkräfte an Gesamtschulen und Gymnasien (4 Mal 5-10)

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

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