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Zeitverarbeitung deutscher Vokale bei Lese-Rechtschreibstörung

Verhaltens- und fMRT-Experimente

Laufzeit01.03.2007 - 29.02.2008

Das deutsche Vokalsystem enthält sieben Vokalpaare mit unterschiedlicher Vokallänge, die sich in der Zeitdauer, aber auch in anderen akustischen Parametern unterscheiden. Ziel dieser Studie war es zu evaluieren, wie wichtig Zeitdauerunterschiede für die Diskrimination von langen und kurzen Vokalen sind. Weiterhin wurde untersucht, ob junge Erwachsene mit Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) in der Wahrnehmung von Vokallängen beeinträchtigt sind. Schließlich sollten mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) neuronale Korrelate Aufschluss über die Verarbeitung von Vokallängen bei Erwachsenen mit und ohne LRS geben. Für die Untersuchung wurden Vokale in gesprochenen Pseudowörtern so bearbeitet, dass Vokalpaare präsentiert werden konnten, die sich ausschließlich in der Zeitdauer unterschieden. Mit jungen Erwachsenen deutscher Muttersprache mit und ohne LRS wurden jeweils ein Verhaltensexperiment und ein fMRT- Experiment durchgeführt, in dem Pseudowortpaare mit Unterschieden in der Vokallänge zu diskriminieren waren. An der Studie nahmen 20 Probanden mit LRS und 20 gleichaltrige Kontrollpersonen teil. In beiden Gruppen nahm die Diskriminationsgenauigkeit bei zunehmender Vokalhöhe bei kurzen und langen Vokalen ab. Dieses Resultat stimmte mit früheren Erkenntnissen über die Relevanz der Zeitdauer für die Identifikation von Vokallängen im Deutschen überein und weitete die Fragestellung auf die Notwendigkeit der Diskrimination aus. Die Gruppen unterschieden sich bezüglich ihrer Diskriminationsgenauigkeit nicht, was die phonologische Bedingung anbelangt. Bei beiden Zeitdauern schnitten Probanden mit LRS jedoch schlechter ab als die Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse legen nahe, dass entwicklungsbedingte LRS mit einer Schwäche bei der Verarbeitung von elementaren akustischen Parametern des Sprachsignals zusammenhängt, insbesondere mit einem Defizit der zeitlichen Verarbeitung. (DIPF/Projekt)

ProjektleitungSteinbrink, Claudia; Riecker, Axel

Beteiligte Wissenschaftler/innenGroth, Katarina; Muthmann, Irene; Linner, Margret

Beteiligte Institution(en)ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (Universität Ulm)
Fachgebiet Kognitive und Entwicklungspsychologie (Technische Universität Kaiserslautern)

Kontakt des Projektsaxel.riecker@uni-ulm.de

Projektwebsitehttp://www.znl-ulm.de/Themen/Sprache/sprache.html

SchlagwörterVokal; Akustische Wahrnehmung; Junger Erwachsener; Lese-Rechtschreib-Schwäche; Hörverständnis; Diskrimination; Verhalten; Dauer; Wortpaar; Neurowissenschaften; Experiment; Computerunterstütztes Verfahren; Magnetresonanzverfahren; Deutschland

Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Lehr-Lern-Forschung unter neurowissenschaftlicher Perspektive

FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennzeichen01GJ0611