Logo Forschungsdaten Bildung
Logo DIPF
Daten finden Suche Studiendetails

Entwicklung und Evaluation eines Trainingsprogramms zur Überwindung von Arbeitsgedächtnisdefiziten bei Kindern mit Lese-Rechtschreibstörung

Laufzeit01.11.2010 - 28.02.2014

Das Ziel dieses Projekts bestand darin eine Antwort auf die Frage zu finden, ob vorhandene Arbeitsgedächtnisdefizite behebbar oder zumindest reduzierbar sind. Dabei war von besonderer Bedeutung, ob sich eine (mögliche) Steigerung der Arbeitsgedächtniskapazität sowohl bei Kindern mit Störungen des Schriftspracherwerbs und der Arbeitsgedächtnisfunktionen als auch bei unbeeinträchtigten Kindern positiv auf die Entwicklung des Lesens und Schreibens auswirkt. (..) Zu diesem Zweck wurde ein computergestütztes Trainingsprogramm (AGENT 8-1-0) entwickelt, das durch ein adaptives Vorgehen jedes Kind an seiner individuellen Leistungsobergrenze trainieren [und zur Erhöhung der Kapazität und Funktionstüchtigkeit des Arbeitsgedächtnisses beitragen soll]. Das als Detektivgeschichte konzipierte Programm enthält zehn Trainingsspiele zur Steigerung der Arbeitsgedächtnisspeicherkapazität und Verarbeitungskapazität und umfasst sechs Wochen mit je drei Trainingseinheiten à 45 Minuten. Dieses Programm wurde [im Rahmen eines Versuchsplans] in einem Prätest-Posttest-Follow-Up-Kontrollgruppendesign einer isolierten Wirksamkeitsevaluation unterzogen. Vier Untersuchungsgruppen mit jeweils 30 Probanden des dritten Schuljahres, jeweils eine Trainingsgruppe und eine untrainierte Wartekontrollgruppe aus im Lesen und Schreiben unbeeinträchtigten Kindern sowie eine Trainingsgruppe aus Kindern mit Lese-Rechtschreibstörung bzw. isolierter Rechtschreibstörung (unter Erfüllung des doppelten Diskrepanzkriteriums) und eine Gruppe aus Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche bzw. isolierter Rechtschreibschwäche (ohne Erfüllung des doppelten Diskrepanzkriteriums) wurden gebildet. Zu allen drei Messzeitpunkten wurden diverse Arbeitsgedächtnismaße sowie zum Prätest und Follow-Up die Schulleistungen (Lesen, Schreiben, Rechnen) und die Intelligenz erhoben. Die Analysen deuten nicht darauf hin, dass Drittklässler ohne Lernschwierigkeiten und Arbeitsgedächtnisschwierigkeiten von einem Training der stattgefundenen Art bedeutsam profitieren. Lediglich die Kapazität zur Speicherung visuell-räumlicher Informationen konnte durch das Training leicht erhöht werden. Hingegen zeigte sich, dass lese-rechtschreibgestörte Kinder mit Beeinträchtigungen im Arbeitsgedächtnis kurz nach dem Training eine gesteigerte Leistung aufwiesen. Die [Untersuchung der] Langzeitwirkung auf die Arbeitsgedächtnisfähigkeiten und die Transferwirkung auf die Lese- und Rechtschreibkompetenz steht jedoch noch aus. (DIPF/Projekt/Projektträger)

ProjektleitungMähler, Claudia

Beteiligte Wissenschaftler/innenRadtke, Ellen; Jörns, Christina

Beteiligte Institution(en)Institut für Psychologie (Stiftung Universität Hildesheim)

Kontakt des Projektsmaehler@uni-hildesheim.de

Projektwebsitehttp://www.esf-koordinierung.de/projects/agent-8-1-0

SchlagwörterLese-Rechtschreib-Schwäche; Schülerleistung; Grundschule; Schüler; Schuljahr 03; Training; Computerprogramm; Wirksamkeit; Schriftsprache; Arbeitsgedächtnis; Intelligenz (Psy); Computerunterstütztes Verfahren; Vortest; Nachtest; Evaluation; Deutschland

Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Forschung zu Diagnostik und Intervention bei Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten

FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennzeichen01GJ1007

Inhaltliche AngabenEs handelte sich hier um eine Experimentalstudie mit mehreren Treatment- und Kontrollgruppen im Prätest-Posttest-Follow-up-Kontrollgruppendesign. Für die Trainingsgruppen lag zwischen Prä- und Posttest die Trainingsphase.

UntersuchungsdesignQuasi-Experimentelles Design
Längsschnitt: Kohorten
Details: Prätest-Posttest-Follow-up-Kontrollgruppendesign mit je einer unbeeinträchtigten Trainings- und Kontrollgruppe sowie je einer beeinträchtigten (LRS-)Trainings- und Kontrollgruppe

Erhebungsmethode(n)Messungen und Tests: Leistungs- und Kompetenztests (Paper and Pencil Test)
Messungen und Tests: Leistungs- und Kompetenztests (Computerbasierter Test)

Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Niedersachsen)

ErhebungseinheitSchüler

AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl
Anmerkungen: Auswahl nach Durchführung von Intelligenztests und Schulleistungstests

Population / StichprobeGrundschüler der 3. Klasse (N=139): unbeeinträchtigte Trainingsgruppe (n=27); unbeeinträchtigte Kontrollgruppe (n=28); beeinträchtigte Trainingsgruppe (Kinder mit Problemen des Schriftspracherwerbs) (n=43); beeinträchtigte Kontrollgruppe (Kinder mit Problemen des Schriftspracherwerbs) (n=41)

Kompetenz- und Leistungsmessungen

Art der DatenKompetenz- und Leistungsdaten

Erhebungszeitraum01.11.2011 - 28.02.2014

ErhebungsverfahrenLeistungs- und Kompetenztests; Computerbasierter Test; Paper and Pencil Test

ErhebungsinstrumenteSkalendokumentation im FDZ-Bildung

Anmerkungen zu den DatenEs liegen keine Informationen zu einer möglichen Bereitstellung der Daten vor. Wenden Sie sich bitte für nähere Informationen an das Projekt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

Literaturrecherche im Fachportal Pädagogik