Multivariate Profile von Leseschwäche für individuell angepasste Lehr- und Fördermaßnahmen

Studienlaufzeit
  • 2007 - 2008
Leitung Heim, Stefan / Grande, Marion
Beteiligte Institution
Ziel der im Verbund durchgeführten Studie war die Identifikation von Untergruppen leseschwacher (dyslektischer) Kinder anhand spezifischer kognitiver Defizite sowie deren hirnfunktionelle Grundlagen, um aus den Ergebnissen Empfehlungen für spezifischere Vorschuldiagnostik, Lernstrategien und Fördermaßnahmen abzuleiten. Aus ca. 700 Drittklässlern wurden 60 Dyslektiker und 60 Kontrollkinder für Tests phonologisch-auditiver Fähigkeiten, Aufmerksamkeit, visueller Wahrnehmung und Automatisierung selektiert. Anhand dieser Funktionen wurden mit Clusteranalysen Untergruppen von Dyslektikern mit spezifischen kognitiven "Fingerabdrücken" ermittelt. Ein Teil der Kinder wurde mit funktioneller Kernspintomographie auf die an den kognitiven Funktionen beteiligten hirnfunktionellen Prozesse untersucht. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen über differentielle Förderung einzelner neurobiologisch-fundierter kognitiver Defizite wurden künftigen Lehrlogopäden als Multiplikatoren für die Praxis vermittelt. Grundschulpädagogen wurden die Ergebnisse zur unmittelbaren Nutzung für die Individualförderung mitgeteilt. Für die Forschung tragen die Ergebnisse zur Bewertung widersprüchlicher Ursachentheorien von Dyslexie bei. [Im Teilprojekt Jülich lag der Schwerpunkt auf den fMRI-Untersuchungen, im Teilprojekt Aachen auf den psychometrischen Tests.] (DIPF/Projekt)
Kontakt der Studie
  • s.heim@fz-juelich.de; mgrande@ukaachen.de
Förderprogramm / Forschungsprogramm
Fördereinrichtung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen 01GJ0613 / 01GJ0614

Publikationen

  • Heim, S. & Tschierse, J. & Amunts, K. & Wilms, M. & Vossel, S. & Willmes, K. & Grabowska, A. & Huber, W. (2008). Cognitive subtypes of dyslexia. Acta neurobiologiae experimentalis, 68(1), 73-82.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
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