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Daten teilen Gründe, zu teilen

Gründe, zu teilen

Hier können Sie sich informieren zu

Daten teilen (Data Sharing) als Chance

 „Qualitätsgesicherte Forschungsdaten bilden einen Grundpfeiler wissenschaftlicher Erkenntnis und können unabhängig von ihrem ursprünglichen Erhebungszweck vielfach Grundlage weiterer Forschung sein."
(  Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. 2010. Grunsätze zum Umgang mit Forschungsdaten. RatSWD Working Paper Series 156., zugegriffen am 24.03.2020)

Data Sharing eröffnet Chancen und Potentiale für die einzelne Forscherin und den einzelnen Forscher ebenso wie für die Wissenschaft insgesamt:

Chancen für die einzelne Forscherin und den einzelnen Forscher

Chancen für die Wissenschaft

Data Sharing eröffnet neue Forschungspotentiale, und zwar

Exklusives Datenmaterial, dessen Erhebung nicht wiederholbar ist, wie z. B. bei einmaligen historischen Ereignissen, ist von unwiederbringlichem Wert für Wissenschaft und Gesellschaft!

Data Sharing ist ressourcenschonend für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Untersuchungspopulationen und die Forschungsförderung:

Besonders bedeutsam ist die Möglichkeit des Data Sharing für Nachwuchswissenschaftler/-innen mit geringeren Zeit- und Finanzbudgets (Nachwuchsförderung).

Vor dem Hintergrund schwieriger werdender Feldzugänge mit geringeren Responsequoten, hohen Anforderungen an methodisches Know-how und die methodische Qualität nimmt die Bedeutung von Data Sharing aus forschungspraktischen Gründen zu.

Data Sharing fördert Wissenschaftlichkeit. Data Sharing macht Forschungshandeln transparent und Forschungsbefunde vergleichbar.

Rahmenbedingungen: Anreize und Verpflichtungen

Informationen zu

Förderseitige Vorgaben

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

In  Bekanntmachtungen des Rahmenprogramms für die empirische Bildungsforschung werden Antragsteller dazu verpflichtet, Daten weiter zugeben:

"Die Antragstellerinnen und Antragsteller verpflichten sich, die im Rahmen des Projekts gewonnenen Daten nach Abschluss des Projekts in weitergabefähiger Form einer geeigneten Einrichtung (z. B. dem Verbund „ForschungsdatenBildung“ (www.forschungsdaten-bildung.de), GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften oder einem Forschungsdatenzentrum) zur Verfügung zu stellen mit dem Ziel, langfristige Datensicherung, Sekundärauswertungen oder eine Nachnutzung zu ermöglichen. Dort werden die Daten archiviert, dokumentiert und auf Anfrage der wissenschaftlichen Community zur Verfügung gestellt." ( Richtlinie zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten, Bundesanzeiger vom 30.09.2020)

Auch die Erstellung eines Datenmanagementplans wird gefordert:

"Um die Weitergabefähigkeit der eigenen Daten an eine geeignete Einrichtung zu gewährleisten, müssen die Antragstellerinnen und Antragsteller ein eigenes Forschungsdatenmanagement betreiben. Die wesentlichen Punkte, die dabei zu beachten sind, können einem Merkblatt (http://wiki.bildungsserver.de/bilder/upload/checkliste_datenmanagement.pdf) entnommen werden. Die Umsetzung des Forschungsdatenmanagements ist in der Vorhabenbeschreibung darzulegen." ( Richtlinie zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten, Bundesanzeiger vom 30.09.2020)

In bestimmten Ausschreibungen wird auch auf die Möglichkeit hingewiesen, Mittel für das Datenmanagement zu beantragen:

"Weiterhin können Mittel für gegebenenfalls anfallende Gebühren für Archivierungsdienstleistungen von Forschungsdatenzentren und gegebenenfalls anfallende Gebühren zur Sekundärnutzung von Daten bzw. Mittel für das Datenmanagement (Aufbereitung, Dokumentation, Anonymisierung etc.) selbst generierter Daten beantragt ­werden." ( Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung“, Bundesanzeiger vom 05.12.2019)

Im Fall von geplanten Datenerhebungen kann auch eine Stellungnahme zur Erhebung neuer Daten verlangt werden:

"Diese muss begründen, warum eine Nutzung von bereits vorhandenen Datenbeständen für die Untersuchung der Fragestellung nicht möglich ist. Dafür sind die bei Forschungsdatenzentren vorhandenen Datensätze (zum Beispiel unter www.forschungsdaten-bildung.de) darauf hin zu prüfen, ob die Möglichkeit der Nutzung von Sekundärdaten besteht. Diese Prüfung ist zu dokumentieren. Ferner ist darzulegen, wie die Anschlussfähigkeit der neu zu erhebenden Daten an bestehende Datensätze beachtet wird [...])." ( Richtlinie zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten, Bundesanzeiger vom 30.09.2020)

Genauso kann es sein, dass ein Plan für das eigene Forschungsdatenmanagement vorgelegt werden muss:

"Forschungsdatenmanagementplan, der alle grundlegenden Informationen zur Datenerhebung, -speicherung, -dokumentation und -archivierung sowie zum voraussichtlichen Nutzen für sekundäranalytische Zwecke enthält. Ferner sind Aussagen zur Rechtskonformität der Datennutzung (zum Schutz der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten, zur Einhaltung datenschutzrechtlicher und ethischer Anforderungen sowie zur Wahrung der urheberrechtlichen Ansprüche) zu tätigen [...])." ( Richtlinie zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten, Bundesanzeiger vom 30.09.2020)

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

In den Förderrichtlinien der DFG heißt es:

"Wenn im Projekt systematisch Forschungsdaten oder Informationen gewonnen werden, erläutern Sie bitte Art, Umfang und Dokumentation der Daten sowie die geplante Aufbewahrung. Gehen Sie auch auf die Möglichkeit der Nachnutzung durch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch sofern vorhanden die in Ihrer Fachdisziplin existierenden Standards und die Angebote existierender Datenrepositorien oder Archive."
(  DFG. 2021. Leitfaden für die Antragstellung, S. 9; zugegriffen am 17.06.2021)

Auch die DFG ermöglicht die Finanzierung von Datenmanagementaufgaben:

"Die für die Nachnutzung der Forschungsdaten anfallenden projektspezifischen Kosten können Sie im Rahmen des Projekts beantragen."
(  DFG. 2021. Leitfaden für die Antragstellung, S.10, zugegriffen am 17.06.2021)

 Informationsseite der DFG zu Forschungsdaten

Europäische Union (EU)

Die EU hat Richtlinien zum Data Management für das Rahmenprogramm Horizon 2020 entwickelt: 

 Guidelines on Data Management in Horizon 2020

Gute wissenschaftliche Praxis

DFG

Die DFG empfiehlt in ihren Regeln zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis unter anderem folgendes:

"Aus Gründen der Nachvollziehbarkeit, Anschlussfähigkeit der Forschung und Nachnutzbarkeit hinterlegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wann immer möglich, die der Publikation zugrunde liegenden Forschungsdaten und zentralen Materialien – den FAIR-Prinzipien („Findable, Accessible, Interoperable, Re-Usable“) folgend – zugänglich in anerkannten Archiven und Repositorien."
(Leitlinie 13: Herstellung von öffentlichem Zugang zu Forschungsergebnissen, Erläuterungen)

"Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht werden, werden die zugrunde liegenden Forschungsdaten (in der Regel Rohdaten) – abhängig vom jeweiligen Fachgebiet – in der Regel für einen Zeitraum von zehn Jahren zugänglich und nachvollziehbar in der Einrichtung,wo sie entstanden sind, oder in standortübergreifenden Repositorien aufbewahrt."
(Leitlinie 17: Archivierung, Erläuterungen)

 Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt unter anderem:

"alle Schritte und Resultate eines Experiments oder einer Studie vollständig zu dokumentieren sowie Protokolle und Forschungsdaten sicher aufzubewahren." (§ 2 Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, S. 1)

"Forschungsdaten müssen vollständig und mindestens für zehn Jahre zugänglich aufbewahrt bleiben. Daten, für die es öffentlich zugängliche Repositorien gibt, sollten diesen verfügbar gemacht werden." (§ 2 Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, S. 3)

 Empfehlungen der Leibniz-Gemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhalten (vom 28.11.2019; ersetzt die Fassung vom 27.11.2015) (zugegriffen am 30.11.2020)

Leitlinien und Vorgaben von Wissenschaftsorganisationen

Leibniz-Gemeinschaft

 Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten in der Leibniz-Gemeinschaft, veröffentlicht am 29. November 2018.

Empfehlungen und Stellungnahmen von Fachgesellschaften

Mehr und mehr Fachgesellschaften veröffentlichen Empfehlungen und Stellungnahmen zum Teilen von Forschungsdaten und zum Forschungsdatenmanagement.

Die DFG hat die Fachgesellschaften 2016 aufgefordert, "angemessene Regularien zur disziplinspezifischen Nutzung und ggf. offenen Bereitstellung von Forschungsdaten zu entwickeln."
 

Gemeinsame Stellungnahme DGfE, GEBF, GFD zum Forschungsdatenmanagement

Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) und die Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD) geben in einer gemeinsamen Stellungnahme Empfehlungen zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten im Kontext von erziehungs- und bildungswissenschaftlicher sowie fachdidaktischer Forschung.

 
Fachkollegium Erziehungswissenschaft der DFG

Das Fachkollegium Erziehungswissenschaft hat ein Memorandum erstellt:

 

Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPS)

Die DGPS hat im September 2016 Empfehlungen veröffentlicht:

 Der Umgang mit Forschungsdaten im Fach Psychologie: Konkretisierung der DFG-Leitlinien (zugegriffen am 31.03.2017)

Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE)

Die DGfE hat im September 2017 diese Stellungnahme veröffentlicht:

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)

 Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten in der Soziologie vom 25. September 2019

 Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten in der Soziologie  Stellungnahme vom 09. Januar 2019

Möglichkeiten zur Veröffentlichung von Artikeln über Forschungsdaten

Richtlinien von Journals

Das American Journal of Political Science repliziert Forschungsergebnisse eingereichter Artikel.
 Zum Interview mit dem Editor (zugegriffen am 06.05.2015).

Hinweise für Gutachter/-innen zur Beurteilung eines Datenmanagementplans

 

 letzte Aktualisierung: 17.06.2021