Die Realisierung testbasierter Schulreform in der Mehrebenenstruktur des Schulsystems

Untersuchungsteil Baden-Württemberg / Thüringen - 1. Förderphase

Studienlaufzeit
  • 2010 - 2013
Leitung Maier, Uwe
Mitarbeit Frühwacht, Annette / Ramsteck, Carolin
Beteiligte Institution
Ziel dieser Verbundstudie war eine mehrebenenanalytische Betrachtung zum Verhältnis der Wahrnehmung von Verantwortung im Rahmen der Schulautonomie in Beziehung zur zentralen Administration von Tests, Bildungsstandards, Rückmeldeverfahren und begleitenden Regelstrukturen bzw. Unterstützungsstrukturen der Schulaufsicht. In einem kontrastierenden, längsschnittlichen Fallstudiendesign wurden Einzelschulen und die dazugehörigen Schulaufsichtsbezirke als Erhebungseinheiten und Untersuchungseinheiten definiert. Die Stichprobenziehung orientierte sich am theoretischen Sampling; die realisierte Stichprobe umfasste insgesamt pro Teilvorhaben je 8 Gymnasien, für dieses Projekt je vier aus Thüringen und Baden-Württemberg, für das andere Teilprojekt je vier aus Berlin und Brandenburg. Mit der Einbeziehung der Schulaufsichtsbezirke wurden systematisch unterscheidbare Regelungskontexte der testbasierten Schulreform in den vier Bundesländern berücksichtigt. Zur Datenerhebung wurden problemzentrierte, leitfadengestützte Interviews zu zwei Messzeitpunkten (jew. 4. Quartal 2010 und 2011) und zusätzlich in der zweiten Erhebungsphase teilnehmende Beobachtungen in Workshops an zwei Berliner Schulen durchgeführt. Die Interviewpartner wurden aus den vier Untersuchungsebenen (Lehrkräfte, Fachbereichsleitungen, Schulleitungen und Schulaufsicht) gewählt, für die jeweils ein spezifischer Interviewleitfaden erarbeitet wurde. Die transkribierten Daten wurden gemäß der strukturierenden Inhaltsanalyse kategorial ausgewertet. Diese Grundauswertung diente als Referenz für die fallbezogene und die kontrastierende Auswertung, in der länderspezifische Regelungskontexte berücksichtigt wurden. Das Kategoriensystem wurde deduktiv entlang des Interviewleitfadens entwickelt. Die Auswertung zeigte eine große Heterogenität von Reaktionen und Umgangsformen mit den Ergebnissen zentraler Vergleichsarbeiten. Die Relevanz der Lernstandserhebungen ergab sich aus dem ihnen beigemessenen Informationsgehalt und dem erlebten Arbeitsaufwand im Verhältnis zum Ertrag. Im weiteren Projektverlauf sollten kontrastierende Typenbildungen innerhalb der Länder und kontrastierende Ländervergleiche (Fallanalysen) erstellt werden. Leitend waren dabei die Annahmen, dass Schulen die autonome organisatorische Einheit darstellen, auf der eine koordinierte Nutzung der Vergleichsarbeiten erfolgen kann, und dass die Differenz der Regelungskontexte Differenzen in den schulischen Praktiken erklären kann. (DIPF/Projektträger)
Website
Förderprogramm / Forschungsprogramm
Fördereinrichtung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen 01JG1002B
Forschungsdesign
  • Fallstudie
  • Längsschnitt
Untersuchungsgebiet (geogr.)
  • Deutschland; Baden-Württemberg; Thüringen
Erhebungseinheit Lehrkräfte; Schulleitung; sonstiges
Auswahlverfahren
  • Nicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl Bewusste Auswahl
  • Die Stichprobenziehung orientierte sich am theoretischen Sampling. Kriterien für die Auswahl der Schulen waren ein Mindestmaß an organisatorischer Differenzierung (Schülerzahl von mind. 600, mind. dreizügige 8. Klassenstufe und Differenzierung von Fachgruppen) und Erfahrungen mit zentralen Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten) in der Klassenstufe 8 (VERA 8).

Interviewerhebung (Daten): Die Realisierung testbasierter Schulreform in der Mehrebenenstruktur des Schulsystems

Erhebungszeitraum
  • 2010 - 2012
Art der Daten
  • Qualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
(Transkripte)
Erhebungsverfahren
  • Interview Persönliches Interview
Stichprobengröße Interviews gesamt: N=115; davon: Schulaufsichtsvertretung (n=8); Schulleitung (n=19); Fachbereichsleitung (n=14); Lehrkraft (n=74); Gymnasium (N=10)
Anmerkungen zu den Daten Die Audioaufnahmen der geführten Interviews können aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zur Verfügung gestellt werden. Bereitgestellt werden über das FDZ Bildung die anonymisierten Versionen der vollständig transkribierten Interviews.
Verfügbarkeit Zu den Daten
Archivierende Einrichtung
Veröffentlichungsdatum 23.11.2016
Zugangsbedingungen (Anmerkungen) Die Daten sind für registrierte Nutzer nach Anmeldung zugänglich. Es gelten die allgemeinen Nutzungsbedingungen des Anbieters.

Publikationen

  • Ramsteck, C. & Muslic, B. & Graf, T. & Maier, U. & Kuper, H. (2015). Data-based school improvement. The role of principals and school supervisory authorities within the context of low-stakes mandatory proficiency testing in four German states. The international journal of educational management, 29(6), 766-789.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
  • Maier, U. & Ramsteck, C. & Frühwacht, A. (2013). Lehr-lerntheoretische Argumentationsmuster bei der Interpretation und Nutzung von Vergleichsarbeitsrückmeldungen durch Gymnasiallehrkräfte. In Ackeren, I. & Heinrich, M. & Thiel, F. (Eds.), Evidenzbasierte Steuerung im Bildungssystem? Befunde aus dem BMBF-SteBis-Verbund (pp. 74-96). Waxmann.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
  • Wacker, A. & Maier, U. & Wissinger, J. (2012). Schul- und Unterrichtsreform durch ergebnisorientierte Steuerung. Empirische Befunde und forschungsmethodische Implikationen. Springer VS.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
  • Maier, U. & Bohl, T. & Kleinknecht, M. & Metz, K. (2011). Einflüsse von Merkmalen des Testsystems und Schulkontextfaktoren auf die Akzeptanz und Rezeption von zentralen Testrückmeldungen durch Lehrkräfte. Journal for educational research online, 3(2), 62-93.
    Literaturnachweis auf fachportal-paedagogik.de
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