Stereotype Threat - Querschnittstudie Faktorielles Design (1a)

Projekt: "Stereotype Threat als Ursache niedriger Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem (Stereotype Threat)"

Studienlaufzeit
  • 2012 - 2012
Mitarbeit Deaux, Kay / Froehlich, Laura / Mok, Sog Yee
Beteiligte Institution
Ziel des Forschungsprojektes war es, den Einfluss fähigkeitsbezogener negativer Stereotype auf akademische Leistungen von Schülern mit (türkischem) Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem in verschiedenen Leistungsdomänen zu untersuchen. Es wurde postuliert, dass ein Teil der Leistungsunterschiede zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund auf das Vorhandensein negativer Stereotype über Migranten und der Aktivierung dieser negativen leistungsbezogenen Stereotypen in Testsituation zurück zu führen ist. In einer Reihe experimenteller Untersuchungen wurde in einem ersten Schritt die Aktivierung negativer Stereotype in Testsituationen systematisch variiert und ihr Einfluss auf die durchschnittliche Testleistung von Schülern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Schülern ohne Migrationshintergrund in sprachlichen und mathematischen Fähigkeitstests (z. B. PISA) untersucht. Dabei wurden die Konsequenzen der verschiedenen Arten der Stereotypaktivierung miteinander und mit Kontrollgruppen, in denen keine Stereotype aktiviert wurden, verglichen. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, welche Rolle die Migrationsgeneration und das Alter der Schüler mit und ohne Migrationshintergrund beim Umgang mit der Aktivierung negativer Stereotype und deren Konsequenzen auf Leistung spielt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktivierung leistungsbezogener negativer Stereotype die Testleistungen von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund beeinflusst. Es gab einen signifikanten Unterschied zwischen Schülern mit türkischem Migrationshintergrund und deutschen Schülern hinsichtlich ihrer Mathematikleistungen, wenn vor dem Test auf leistungsbezogene Gruppenunterschiede hingewiesen wurde. Wenn vorab hingegen gesagt wurde, dass keine Gruppenunterschiede bestehen, zeigte sich auch kein Leistungsunterschied zwischen den beiden Gruppen. (DIPF/Projekt/Projektträger)
Inhaltlich-methodische Beschreibung
Im Zuge dieser Studie wurden implizite Intelligenztheorien als Moderator von Stereotype Threat erhoben. Als implizite Intelligenztheorien bezeichnet man die subjektive Überzeugung von Menschen, inwieweit ihre Intelligenz als unveränderbar (Entity-Theorie) oder durch Anstrengung veränderbar (Incremental-Theorie) wahrgenommen wird (Dweck, 1999). Die ... Im Zuge dieser Studie wurden implizite Intelligenztheorien als Moderator von Stereotype Threat erhoben. Als implizite Intelligenztheorien bezeichnet man die subjektive Überzeugung von Menschen, inwieweit ihre Intelligenz als unveränderbar (Entity-Theorie) oder durch Anstrengung veränderbar (Incremental-Theorie) wahrgenommen wird (Dweck, 1999). Die Kombination von Stereotype Threat, der eine Unveränderbarkeit der Fähigkeit der Eigengruppe impliziert, und der Unveränderbarkeitsüberzeugung in Bezug auf die eigene Fähigkeit sollten zu besonders starken Leistungseinbußen für türkischstämmige Migranten führen.
Forschungsdesign
  • Experimentelles Design
  • Querschnitt
  • Anmerkung: Faktorielles Design
Untersuchungsgebiet (geogr.)
  • Deutschland; Berlin
Erhebungseinheit Schüler
Auswahlverfahren
  • Nicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl
Grundgesamtheit / Population
  • Schüler der Jahrgangsstufe 9 (N=310; männlich: n=148; weiblich: n=134; fehlende Angaben: n=19)
Anmerkungen (Studie)
  • Zu dieser Studie gab es eine Vorläuferstudie (Studie 1a alt), die den Einfluss negativer Stereotype auf die Deutschleistungen türkischstämmiger Schüler untersucht hat. Deren Daten wurden nur gesichert, da keine reliablen Aussagen aus den Experimenten gezogen werden konnten. Das Experiment enthielt methodische Probleme (z.B. niedrige interne Konsistenz einzelner Messinstrumente durch die Verwendung von zu schwierigen Testaufgaben (Intelligenzaufgaben aus dem IST-R-2000 R) und einer zu kleinen Stichprobe).

Teil des Projekts / der Reihe

Projekttitel
  • Stereotype Threat als Ursache niedriger Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem (Stereotype Threat)
Projektlaufzeit
  • 2012 - 2014
Leitung Martiny, Sarah E.
Fördereinrichtung Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen 01JC1104
Förderprogramm / Forschungsprogramm
Website
Anmerkungen (Projekt)
  • Das Projekt wurde in Kooperation mit Frau Prof. Kay Deaux, New York University (USA), durchgeführt.

Stereotype Threat - Leistungsmessdaten - Querschnittstudie Faktorielles Design

Erhebungszeitraum
  • 2012 - 2012
Art der Daten
  • Kompetenz- und Leistungsdaten
Erhebungsverfahren
  • Messungen und Tests Leistungs- und Kompetenztests Paper and Pencil Test
Verfügbarkeit Zu den Daten
Archivierende Einrichtung
Veröffentlichungsdatum 14.02.2019
Zugangsbedingungen Beantragung nötig

Publikationen

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