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Qualitative Daten

Für die Nachnutzung qualitativer Daten spielt der Kontext eine wesentliche Rolle. Verschiedene Arten von Kontext können unterschieden werden (vgl. Bishop 2006):

  • der extra-situationale Kontext (projektspezifische Informationen, aber auch der kulturelle, soziopolitische oder historische Kontext)
  • der situationale Kontext (Merkmale der Beteiligten, Raum und Zeit, Setting); Informationen dazu finden sich z. B. in Feld- oder Interviewnotizen
  • der konversationale, kommunikative Kontext (Video-/Audioaufzeichnungen, Transkripte, Beobachtungsprotokolle); hier finden sich Informationen über Sprecherwechsel, Sequenzen, Überlappungen, Pausen, non-verbale Kommunikation.

Im Folgenden sind Informationen zu ausgewählten Aspekten zusammengetragen: 

 Kontextualisierung

 Transkription

 Beobachtungsprotokolle

 Audio- und Videoaufzeichnungen

 Literaturverzeichnis

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 + 49 (0) 69 24708 - 300
 verbund@forschungsdaten-bildung.de

Kontextualisierung

Informationen zur Kontextualisierung von qualitativen Befragungsdaten sind zusammengestellt in:

 Leitfaden zur Kontextualisierung von qualitativen Befragungsdaten, fdbinfo, Nr. 9

Heuer, J.-O., Kretzer, S., Mozygemba, K., Huber, E., & Hollstein, B. (2020). Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers, 1.  http://dx.doi.org/10.26092/elib/166

Transkription

In qualitativen Forschungsprojekten gehört die Transkription – entweder von Audioaufnahmen oder Videoaufzeichnungen – zu den wesentlichen Arbeitsschritten, um das Material anschließend analysieren zu können.

Transkription: Verschriftlichung von Gesprochenem (Worte, Wortfolgen, ggf. lautliche Gestaltung, die Rede begleitende nicht-sprachliche Gesten oder Handlungen) und Beobachtetem (auditiv oder audiovisuell aufgezeichneter Daten).

Über den Sprachtext hinaus kann transkribiert werden:

  • Pausen,
  • Dehnungen,
  • Verzögerungen,
  • Schweigephasen,
  • gleichzeitiges Sprechen,
  • Änderungen in Lautstärke und Sprechgeschwindigkeit,
  • bei Videoaufnahmen: nonverbale Kommunikation wie Gestik, Mimik und Blickkontakt etc., Armbewegung, Kopfdrehung, sonstige Bewegungen im Raum, Beschreibung der gesamten Szene.

Der jeweilige Forschungsgegenstand, die an das Material gestellten Fragen oder die Fachdisziplin bestimmen hierbei nach welchen Transkriptionsregeln verschriftlicht wird und was über den Sprachtext hinaus zu transkribieren ist.

Die Form und Genauigkeit der Transkription entscheidet über die Möglichkeiten der Auswertung und Analyse – was nicht im Transkript übernommen wurde, ist für Analysen, die rein auf dem Transkriptionstext beruhen, quasi nicht mehr existent.

Hilfestellungen zur Transkription:

 Transkriptionsregeln und Transkriptionssystem für die qualitative Inhaltsanalyse, Marburger Arbeitsgruppe für Methoden und Evaluation

 Leitfaden zur Transkription von Unterricht, Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK)

 Vorlage Unterrichtstranskript, Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK)

 Leitfäden für die Transkription und Aufnahme von Unterricht, Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK)

 guter und regelmäßig aktualisierter Überblick über verfügbare Software für Transkriptionen (kostenfrei und kostenpflichtig) des Gesprächsanalytischen Informationssystems des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) Mannheim

Automatische Spracherkennungssoftware

Spracherkennungsprogramme sind – zum jetzigen Stand der technischen Entwicklung – nur bedingt geeignet, um Interviews und Gruppendiskussionen zu transkribieren. Dies liegt vor allem an der Komplexität der Gesprächs- oder Interviewsituation. So ist das Programm bei solchen Aufnahmen mit Wortabbrüchen und Wortverschleifungen, dem gleichzeitigen Sprechen der beteiligten Personen, mundartlichen Sprechweisen und meist zahlreicher Umgebungsgeräusche konfrontiert und stößt hier an seine Grenzen. Dies gilt noch einmal verstärkt, wenn die Transkription in Partiturschreibweise oder mit Intonationszeichen vorgesehen ist. Die Software kann eine so detaillierte Verschriftlichung als Partitur und mit angemessenen Sonderzeichen nicht leisten.

 Überblick und Vergleich aktueller auf dem Markt existierender kostenpflichtiger Programme (automatische Spracherkennung)

Beobachtungsprotokolle

Das Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK) hat eine Handreichung für ein Verlaufsprotokoll erstellt:

 Erläuterungen zum Verlaufsprotokoll

Audio- und Videoaufzeichnungen

Das Archiv für pädagogische Kasuistik bietet eine Empfehlung, was bei einer Aufnahme im Schulunterricht zu beachten ist:

 Leitfaden für die gerätegestützte Aufzeichnung von Unterricht

Matthias Herrle & Sebastian Breitenbach bieten zudem Hilfestellung bei der Positionierung von Aufnahmegeräten: 

 Planung, Durchführung und Nachbereitung videogestützter Beobachtungen im Unterricht

Literaturverzeichnis

Bishop, L. (2006). A Proposal for Archiving Context for Secondary Analysis. Methodological Innovations Online, 1(2), S. 10-20.  https://doi.org/10.4256/mio.2006.0008

Dittmar, N. (2002). Transkription. Ein Leitfaden mit Aufgaben für Studenten, Forscher und Laien. Leske + Budrich.

Dresing, T.,Pehl, T. & Lombardo, C. (2008). Schnellere Transkription durch Spracherkennung? Forum Qualitative Sozialforschung/ Forum Qualitative Social Research, 9(2), Art. 17.  http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802174

Fuß, S. & Karbach, U. (2014). Grundlagen der Transkription. Eine praktische Einführung. UTB.

letzte Aktualisierung: 09.06.2022

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